Donnerstag, 16. Januar 2014

Fähre auf die Südinsel


Die nächsten Tage/Nächte haben wir in einem Art Hostel in Napier auf dem Hinterhof verbracht. Der Besitzer versprach Arbeit. Ab Montag würden bei ihm ganz viele Contractor anrufen und nach Arbeitern fragen und wenn wir bei ihm wohnen würden ( d.h. Natürlich ihm Geld bezahlen), stehen wir auf der Liste ( first comes first serves), nach der Arbeit vergeben wird. Wir sind insgesamt 3 Nächte geblieben. Der Besitzer hat uns immer nur hingehalten, keine richtigen Auskünfte gegeben etc... Wir kamen uns etwas veräppelt vor. Nicht nur wir haben auf Arbeit gewartet, sondern noch zahlreiche andere, die dort waren. Warscheinlich hat er nur gesagt, dass Arbeit vorhanden wäre um sein Hostel zu füllen, dass er nach der Flaute, die nach Neujahr kommt, ein bisschen Geld reinbringen kann. Das war ein bisschen ein Reinfall. Tereza ( Tschechin) hatte Geburtstag und wir verliessen das Hostel gegen Nachmittag und fuhren nahe unserer alten Arbeitesstelle ( Apfelplantage) an einen Fluss und übernachteten dort. Am nächsten Tag nutzen wir das freie W-Lan der Bücherei um nach Jobs zu suchen bzw. nach Telefonnummern auf der Südinsel, wo es geplant war am 20.1. mit der Fähre hinzufahren. Wir vier saßen vor der Bücherei auf einer kleinen Grünfläche mit unseren Campinstühlen, als uns die Dame von der Bücherei ansprach, ob sie nicht ein Bild von uns machen dürfte. Sie müsse unbedingt der Stadt zeigen, dass dringend Sitzgelegenheiten vor der Bücherei gebraucht werden und demnach auch benutzt würden ;)
Die Telefongespräche waren leider nicht so nett. Keiner konnte uns einen Job zusichern, jeder zweite sage, wir wären am 20.1. zu spät, JETZT würden Arbeiter gebraucht. Völlig gefrustet, da wir ja schon die erste Fähre gebucht hatten, die frei war ( alles ausgebucht), suchten wir trotzdem noch nach freien Plätzen. Und wie durch ein Wunder, in der selben Nacht waren Plätze für 4 Personen und 2 Autos noch frei. Wir wussen aber immernoch nicht, ob wir unsere Tickets einfach umbuchen können, da die Tickets für diese Nacht um 25 Dollar teurer waren. Topher hat bei der Fährengesellschaft angerufen und es ging alles total unkompliziert und schon hatten wir einen Fährenplatz für die selbige Nacht auf die Südinsel. Endlich mal ein Erfolgserlebnis.
Nun mussten wir nach Wellington fahren ( ca. 3h). Dort sollte die Fähre ablegen. Wir sind ein bisschen in Wellington herumgelaufen ( wir waren ja schon zum Fussballspiel dort, Jacub und Tereza aber noch nie). Zudem haben wir uns noch mit einem deutschen Pärchen getroffen, die mit uns auf der Apfelfarm gearbeitet haben und zur Zeit auch in Wellington waren. Ihr Auto hat einen Totalschaden und sie steckten sozusagen in Wellington fest. Die Armen.
Wir sind abends ins Kino gegangen, da wir mit der vorhandenen Zeit nichts anzufangen wussten. Und abends wollten wir nicht wirklich durch die Stadt laufen, wenn alle Geschäfte schon geschlossen hatten, somit war Kino eine super Alternative.
Nach unserem Kinobesuch sind wir in strömenden Regen wieder zum Auto gelaufen, das schon bei der Fähre geparkt war. Eingecheckt und in die Autoreihe als einer der Ersten eingereiht warteten wir nun. Die Fähre legte ja schliesslich erst um 2.30Uhr nachts ab. Die Zeit bis dahin ging eigentlich relativ schnell um. Schlafsack und Decke haben wir in weiser Vorraussicht mit in den Passagiererraum genommen. Es war die schlimmste Schifffahrt, die ich je erlebt hab. Ein Sturm, Wellen, das Schiff hat nur noch geschauckelt, man hat den Aufprall des Bug aufs Wasser gespürt. Ich will mir gar nicht vorstellen wir große Wellen das waren. Das Schiff hat nicht nur von vorne nach hinten geschaukelt, sondern auch von links nach rechts. Jeder dritte hatte eine Kotztüte vorm Gesicht. Zudem waren es auf dem Schiff gefühlte 10 Grad. Also A...kalt :(
Aber überlebt haben wir es alle. Die Sonne ging auf und wir konnten den Rest der Bays und Sounds bei Morgenlicht erleben bis wir schliesslich in Picton anlegten. Auf der Überfahrt haben wir noch zwei alte Bekannte wiedergetroffen, zwei deutsche Mädels, die wir in Waipawa, bevor wir bei Mr. Apple gearbeitet, kennengelernt haben..Neuseeland ist einfach viel zu klein ;)



Hot Pools


Die Fahrt zu den Hot Pools hat sich als etwa längere Autofahrt entpuppt. Wir mussten ersteinmal wieder über die Berge Richtung Küste fahren um dann auf einem anderen Weg wieder in die entgegengesetzte Richtung zu fahren ( wieder in die Berge). Ist halt nicht Deutschland, wo überall Strassen sind. Strasse konnte man die letzten 20 Kilometer eigentlich auch nicht nennen. Schotterstrasse olé, mit Schlaglöchern noch und nöcher. Einmal mussten wir sogar einen kleinen Fluss mit unserem Auto durchqueren. Sehr abenteuerlich!
Als wir endlich da waren, traf uns etwas der Schlag, weil wir wohl nicht die einzigen waren, die zu den Hot Pools wollen. Da Weihnachten und Silvester nicht weit weg waren, waren einige, die über die Feiertage angereist sind noch dort. Der Campingplatz ( kostenlos) war somit sehr gefüllt. Wir haben dennoch einen schönen Platz gefunden. Die Hot Pools sind eigentlich nichts anderes wie am Hot Water Beach, dass heißes Wasser an die Oberfläche gelangt. Jedoch nicht wie am Hot Water Beach am Strand, sondern in Form eines kleinen Bächleins, dass unvorstellbarer Weise heisses Wasser beinhalten. Dieser Bach wird in zwei kleine Pools umgeleitet um diese mit dem Wasser zu befüllen. Jedoch sollte man in diesen Pools möglichs vermeiden, den Kopf unter Wasser zu tauchen, da in diesem Wasser Bakterien vorkommen, die eine bestimmte Art von Meningitis verursachen ( Hirnhautentzündung).
Am nächsten Tag haben wir die Hot Pools ausprobiert und man muss sagen, es ist wirklich seeeehr HOT :) Danach haben wir uns noch ein erfrischendes Bad im nahegelegenen Fluss gegönnt, der war seeeeehr kühl ;) Den restlichen Teil des Tages haben wir mit Faulenzen und Sonnenbaden verbracht, denn der nächste Tag versprach anstrengend zu werden.
Wir sind zu anderen Hot Pools gewandert, die drei Stunden entfernt waren. Der Wanderweg führte immer am Fluss entlang, flussaufwärts. Teilweise war es sehr windig und sehr steil, sowohl der Weg, als auch der Abhang neben sich. Nach zwei Stunden erreichten wir eine Hütte, wo man auch über Nacht bleiben konnte. Wir machten nur kurz Rast und machten uns auf zu dem 45 Minütigen Marsch zu den Hot Pools. Es ging einmal sogar über eine Hängebrücke ( Bilder an)
Endlich waren wir an den Hot Pools und schlüpften in unsere Badesachen. Außer uns war nur noch ein äteres, sehr nettes Ehepaar an den Hot Pools. Somit hatten wir die zwei kleinen Becken praktisch für uns alleine.
Nach ca. 1 Stunde machten wir uns wieder an den anstrengenden dreistündigen Rückweg. Wir waren froh, als wir endlich wieder an unserem Auto waren, denn sehr dunkle Wolken mit einer Regenfront zogen auf. Die letzten 300 Meter legten wir im Regen zurück. Wenn das nicht Timing at its best ist =). Wir fuhren auch sofort los, weg von den Bergen, da wir etwas Angst hatten, wenn es jetzt regnet, dass wir den kleinen Fluss nicht mehr überqueren können wenn es jetzt so arg regnet! Und außerdem brauchten wir nach der schweißtreibenden Lauferei eine Dusche. Auf dem Campingplatz gab es lediglich nur ein Plumsklo :)
Nach der Nacht auf dem Campingplatz ( wir haben glorreic.h eine Waschmaschine geschrottet dort) sind wir nach Napier gefahren um uns mit unseren tcheschischen Freunden zu treffen. Sie waren über Silvester in Taupo. Die nächste Zeit wollen wir mit ihnen zusammen rumreisen bzw. wenn möglich ist Arbeit finden.






Ausflüge Mr. Apple


Da wir unsere zwei freien Tage nicht auf der langweiligen Plantage verbringen mussten ( wir durften Samstags nicht mehr arbeiten, weil wir zu viele Stunden arbeiten, ergo zu viel Geld verdienen würden) machten wir an zwei Wochenenden kleine Ausflüge.
Unser erster Ausflug ging bei strahlenden Sonnenschein an den Porangahau Beach. Dort waren wir schonmal, bevor wir auf die Farm gegangen sind. Diesmal haben wir auch Bilder gemacht ;)
Es ist ein wunderschöner Sandstrand, Sand soweit das Auge reicht und es gibt sooo viele (schöne) Muscheln dort. 4 Leute von der Arbeit sind schon am Samstag losgefahren und haben auf dem direkt am Strand befindlichen kostenlosen Campingplatz genächtigt. Zur Viert sind wir als Nachzügler erst am Sonntag erschienen. Die anderen, die schon da waren berichteten uns von einem Babyhai, den sie gefangen haben und von Muscheln, die sie im Barbecue zubereitet hatten. Sollte wohl seeehr lecker sein. Wir haben am nächsten Tag eine Kostprobe der selbst gesammelten Muscheln bekommen. Sehr sehr lecker!
Vormittags am Strand war es noch ein bisschen kalt und windig, aber das änderte sich schnell und die Neuseeländische Sonne zeigte sich von seiner brennenden Seite. Langweilig am Strand rumliegen ist für uns nichts und so beschlossen wir mit unseren zwei tschechischen Freunden eine Sandburg zu bauen. Die Jungs haben die grobe Arbeit erledigt, d.h. Mit zwei Schaufeln ( wobei für eine die Bezeichnung Schaufel eine wahre Übertreibung wäre) gruben sie den Burgraben aus und häuften den Sand in der Mitte zu einem riesigen Sandberg an. Nun kam das Geschick der Mädels an die Reihe. Wir verschönerten den langweiligen Sandhaufen zu einer wunderschönen Burg. Verziert mit den zahlreichen Muscheln, die am Strand zu finden sind, ließ sich der Anblick unserer Burg echt sehen. Ein bisschen sah sie aus wie Minasthirit aus Herr der Ringe. Passt ja eigentlich. Frodo und Co wären vor Neid erblasst ;)
An diesem Tag haben sind wir zum ersten Mal in Neuseeland im Meer schwimmen gewesen. Es war einfach nur herrlich. Natürlich war das Wasser noch ziemlich kalt, aber man kann es noch als „ Erfrischung“ abtun und nicht als „ Erfrierung“. Wellen gab es auch einige und Topher versuchte sich ans Surfen ( jmd. Hatte nämlich ein Surfbrett dabei). So gut waren die Wellen aber leider doch nicht, aber der Versuch war es wert. Es war ein wirklich schöner Tag am Strand mit netten Leuten, super Wasser und Sonnenschein ( trotz exzessiven Eincremens gabs natürlich einen Sonnenbrand für Susi :-P).


5 Autos, 14 Personen und jede menge spass, so sah unser nächstes Wochenende aus. Im Vorfeld hatten wir Übernachtungskarten für die Sunrise Hut besorgt und 12 andere aus dem Camp hatten Lust mit uns wandern zu gehen. So waren wir dann im Endeffekt 6 Deutsche 5 Tschechen 2 Franzosen und eine Spanierin.
Der Weg zum Start des Wanderweges führte mal wieder über eine Gravel Road und 4 Gatter mussten geöffnet und wieder geschlossen werden. Am Start angekommen konnten wir erahnen was und erwarten würde. Ein Schild sagte aus, Sunrise Hut 5 km/ 3,5 h.......
Gut gelaut machten wir uns auf den Weg und unsere Vermutungen waren richtig! Ohne Pause ging es nur bergauf und eine Serpentine reihte sich an die Nächste. Am Anfang ging es noch über eine Weide, dann durch jungelähnlichen Wald und mit der zeit wurden die Bäume immer kleiner und weniger. Nach knapp 2h hatten Susi und ich es dann auch endlich geschafft, die Hütte zu erreichen. Die anderen aus unserer Gruppe waren ein wenig schneller gewesen, aber ich konnte einfach nicht mehr! Morgens waren wir noch beim Doktor in Hastings gewesen weil ich mir unglücklicher weise eine Entzündung im linken Kaumuskel zugezogen hatte (keine Ahnung wo, wann, wie aber es tut sau weh!!!!) und dem entsprechend war ich mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern vollgestofpt. Doch die Quälerei hat sich gelohnt. Eine wunderschöne Hütte mit unvorstellbar tollem Ausblick erwartete uns und nach dem ersten Schluck Cider waren die Anstrengungen vergessen. Zum Glück hatten wir noch einen kleinen Topf an den Rucksack geschnallt, denn es gab zwar Gaskocher in der Hütte aber kein Geschirr.......
Nach ein paar Runden BANG (tschechisches Kartenspiel) und ein paar Gläsern mehr, stellten wir uns unsere Wecker auf 5:15 Uhr da um 5:39 Uhr die Sonne aufgehen sollte.Den Sonnenaufgang am nächsten Morgen kann ich nicht mit Worten beschreiben, etwas so schönes haben wir bisher noch nicht erlebt. Überwältigt und noch ein bisschen müde legten wir uns fast alle nochmal hin um noch ein bisschen zu schlafen. Nach dem zweiten erwachen ist eine kleine Gruppe noch ein bisschen weiter gelaufen und hat den nahegelegenen Armstrog Saddle ausgekundschaftet. Von dort aus hatte man freie Sicht auf den Tongariro Nationalpark und seine mit Schnee bedeckten (aktiven) Vulkane.
Als Abstieg wählten wir einen anderen Weg und zwar an einem Fluss entlang... Über Stock und Stein ging es dem Flusslauf folgend dem Parkplatz entgegen. Um die 17 mal mussten wir alle den Fluss überqueren wobei nicht alle Schuhe trocken blieben. Die nassen Schuhe waren aber aufgrund des tollen Wetters überhaupt kein Problem und auch mir mit meinen Schmerzmitteln ging es 1000mal Besser als beim Aufstieg.
Glücklich und erschöpft kamen wir dann am Frühen Nachmittag wieder am Orchard an. Jetzt nur noch Wäsche waschen und etwas essen, dann so schnell es geht ins Bett und für die letzte Woche fit schlafen........




Blissstick




Nach einigem Hin und Her und mehrmaligem Fragen an diversen Orchards, ob man denn noch Arbeiter bräuchte ( nur Absagen natürlich), haben wir beschlossen, doch nochmal bei Blissstick ( Kajak Firma) anzufragen, ob wir dort ein paar Tage verbringen könnten. Vor einiger Zeit hatten wir das Problem, Blissstick überhaupt zu erreichen, da das Telefon wohl selten besetzt ist. Diesmal hatten wir aber Glück und die Dame am anderen Ende war auch total lieb. Sie sagte uns, dass sie eigentlich keinen bräuchten, aber über die Bootspreise würde sich sprechen lassen ( weil wir ja eigentlich zwei Boote kaufen wollten). Sie muss aber erst noch ihren Mann fragen, sie ruft zurück. Das hat sie auch gemacht. Zwei Boote würden mit Discount 1800 Dollar kosten, was die Reisekasse natürlich nicht ganz hergibt. Somit sind wir ziellos durch die Gegend gefahren und haben den Anruf von Blissstick nicht bemerkt. Insgesamt hat sie uns dreimal angerufen und einmal auf die Mailbox gequatscht. Es gibt doch etwas zu tun, und ohne Boot auf die Südinsel- das geht nicht, meinte sie :)
Also total lieb und somit machten wir uns auf zu Blissstick. Mitten in der Pampa, an einem wunderschönen Fuss gelegen ( Rangitikei, WW IV). Anfangs waren die Leute ein bisschen komisch, aber wenn man sie etwas näher kennengelernt hat, sind sie total super und wirklich herzallerliebst. Unsere Aufgabe für den Tag war Feuerholz sammeln. Er kam mit dem Traktor und es ging los. Nein, nicht wie alle jetzt denken in den Wald. Es ging auf ein Feld;) Vor vielen Jahren wuchs auf diesem Feld ein Wald ( Mauri-Holz). Diese Bäume sind wohl das beste Holz was man bekommen kann zum Feuermachen. Schwer anzuzünden, aber wenn es mal brennt, dann brennt es ewig. Eben dieses Feld war jahrelang als Wiese Brach gelegen und nun endlich umgegraben und zahlreiche Holzteile, vor Allem Wurzeln kamen zum Vorschein. Diese galt es nun einzusammeln und auf den Anhänger des Traktors aufzuladen. Manche Holzstücke waren richtig schwer, schwerer als „normales“ Holz. Bei purem Sonnenschein war die Arbeit etwas schweißtreibend aber hat eigentlich auch Spaß gemacht.. Ein witziges Erlebnis hatten wir zudem auch. Durch dieses Feld führen manchmal Horse Trekking Touren. An diesem Tag auch. Wir arbeiten gerade hinter einem Hügel in einer Senke und hörten nur kurz bevor die Pferde erschienen die Hufe klappern. Und schon erschienen die Pferde am höchsten Punkt des Hügels und erschraken sich natürlich gehörig, dass da Menschen sind und scheuten, machten auf dem Absatz kehrt und galloppierten in die entgegengesetzte Richtung. Eine Reiterin ist vom Pferd gefallen, die anderen zwei haben sich grad noch so auf dem Pferd halten könnten. Der Schreck war groß, und der Guide hat mich zuerst ganz schön angefahren, was wir denn hier draussen machen ( der Traktor war wieder zum Haus gefahren um das Holz abzuladen, somit waren wir alleine auf dem Feld und haben Holzhaufen geschichtet). Aber auch der Guide hat sich wieder beruhigt, sowie die vom Pferd gefallen.
Am darauffolgenden Tag stand Fabrikarbeit an, worauf wir uns total gefreut haben. Endlich mal sehen, wie so ein Kajak entsteht. Die Fabrik ist in einem Holzschuppen-ähnlichem Gebäude situiert umrundet von Schaafs -und Kuhweide. Also sehr idyllisch. Und innen sehr chaotisch.
Unsere Aufgabe bestand darin, die Schenkelstützen zu bearbeiten. Christopher hat die fertig gegossen Teile auseinandergesägt, ich hab zwei Löcher gebohrt, welche ich miteinander durch Sägen verbunden habe, es entstand sozusagen ein Schlitz, wo die Schenkelstützen dann beweglich am Boot befestigt werden. Außerdem wurden diese Teile innen noch angeraut, damit dass Schaumstoff besser kleben bleibt.
Eine weitere Aufgabe war das Abraspeln der Sitze, wenn sie frisch aus dem " Ofen" kamen.
Den späten Nachmittag verbrachte Topher mit Paddeln auf dem nahegelegenen Rangitikei ( WW IV). Laut seinen Aussagen war es gigantisch und wunderschön. Leider etwas wenig Wasser. Aber Hauptsache das erste Mal in Neuseeland im Boot gesessen!
Den nächsten Tag verbrachten wir wieder mit der neuseeländischen Methode Holz zu machen. Diesmal wohnte uns noch ein Schotte bei, der am gestrigen Tag sich ein neues Boot gekauft hatte.
Der Ehrgeiz war an einer Riesenwurzel gepackt. Charles, die Jungs und der Traktor haben ganze Arbeit geleistet. Nach zwei Stunden Arbeit war die Riesenwurzel endlich freigelegt.
Gegen Abend wurde es dann auch für mich spannend. Es ging zum erstem Mal nach der Schulteroperation auf " richtiges" Wildwasser. Und dann gleich Wildwasser IV, was ich in meinen früheren Zeiten gerne mal umtragen habe ;)
Es war sozusagen ein Schnellstart für mich, aber die Schulter hat gehalten, was die OP versprach und es war ein sehr toller und erlebnisreicher Trip auf dem wunderschönen Rangitikei. ( Ich hatte noch nie so viel Schiss auf einem Bach ;) )
Silvester rückte auch immer näher und wir waren auf der Party eingeladen, wo die ganze Blissstick Familie auch beiwohnte. Charles spielte in einer Band, die an Silvester dort auch spielte. Auch am Rangitikei gelegen, war ein sehr gemütlicher Campinplatz, mit kleiner Hütte und Bar, Terrasse mit Blick auf eine Steilwand am Fluss. Sehr malerisch und wunderschön. Die Party war der Hammer, so viele verrückte Menschen auf einem Haufen! Ein kleines Feuerwerk um Mitternacht unterm gigantischsten neuseeländischem Sternenhimmel...Traumhaft!!

Weihnachten


Wir entschieden uns gegen die Farm und für den Strand um Weihnachten zu feiern. Die Familie von der Farm hatte uns zwar mehrfach gefragt ob wir nicht kommen möchten aber sie hätten mit bzw. bei den Großeltern gefeiert und da hatten wir jetzt nicht sooo große Lust drauf mit hin zu gehen. Also gingen wir mit 6 anderen Backpackern vom Orchard an den Strand an dem wir auch schon unsere Sandburg gebaut hatten.....
Im Vorfeld hatten wir ausgemacht dass jeder einen Salat macht und dass wir grillen wollen. Da allerdings jeder einen riesen Salat gemacht hatte ließen wir das Grillen für Heiligabend ausfallen und aßen Salat (Susi und ich steuerten einen Nacho Salat bei).
Es war sehr windig aber nicht zu kalt, also sind wir am nächsten morgen kurz in die Wellen gehüpft (erfrischend und gut gegen den Kater :-P).
Insgesamt sind wir 2 Nächte am Strand geblieben...

Montag, 23. Dezember 2013

Frohe Weihnachten!!


Wir wünschen Euch Daheimgebliebenen ein wunderschönes und besinnliches Weihnachtsfest! Wir werden es uns am Strand mit viel Essen und hoffentlich gutem Wetter gut gehen lassen!

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Mr. Apple



Nach unserer frustrierenden Absage haben wir uns entschlossen ein Stückchen Richtung Norden zu fahren, durch das schöne Napier, ab in die Berge nahe des Mohakino Rivers ( dort kann man gut Kajak fahren). Auf dem Weg zu unserem ausgesuchten Campingplatz haben wir kurz Halt an einer Rafting-Firma gemacht. Dort konnten wir in der Halle auch Wildwasserkajaks sehen, nur leider war von den Besitzern keiner da. Somit fuhren wir unverichteter Dinge ( doch nicht paddeln :( ) zu dem Campingplatz, wo wir eigentlich hinwollten. An der Rezeption buchten wir zur Frustbewältigung für den nächsten Morgen 1,5h Horsetrekking :-P.
Zum eigentlichen Schlafort mussten wir noch ca. 500 Meter weiterfahren mitten im Nichts. Sehr toller Platz mit schönen kleinen Hütten, wo man die Möglichkeit hat, sie zu mieten. Außerdem ist der Platz schön am Fluss gelegen.
Am nächsten Tag sind wir zur Rezeption gelaufen, der Treffpunkt für unsere Horsetrekking Aktion. Schon von Weitem sahen wir unsere fertig gesattelten Pferdchen. Unser Guide war ein sehr nettes Mädel, gab uns zuerst eine einfache Einführung, wie man reitet etc. und schon ging es los. Stilecht mithilfe einer kleinen Treppe sind wir auf die Pferde gestiegen und losgeritten.
Zuerst war es ein wirklich komisches Gefühl aber dann war es total toll! Topher fragte, ob sie uns ein bisschen „ Reitstunden“ geben mag und wir sind daraufhin getrabt und gallopiert. Und keiner ist vom Pferd gefallen. Bergauf und Bergab und leider viel zu schnell ging die Zeit vorbei. 1,5 Stunden sind halt doch zu kurz, aber es hat sehr viel Spaß gemacht und wir werden es wenn sich die Möglichkeit ergibt, auf jeden Fall nochmal reiten! Übrigens: nach dem Absteigen musste man sich ersteinmal wieder an das Laufen gewöhnen. Unser Guide hat uns für den nächsten Tag Schmerzen prophezeit ;) (Topher hatte keine!! :-P)
Schnell noch unter die Dusche gehüpft und wir sind wieder Richtung Napier gefahren. Um einen Job zu finden haben wir beschlossen, einfach auf dem Weg an einigen Fruit Jobs, Wein“bergen“ ( hier stehen die Weinreben auf ebenen Flächen) oder Plantagen nachzufragen ob sie einen Job für uns hätten. Leider war dies alles ohne Erfolgt und keiner hatte einen Job frei bzw. braucht Arbeiter. Immer mehr Frustration machte sich breit.
In Napier angekommen, eine Nacht verbracht, gönnten wir uns am nächsten Tag einen Besuch im National Aquarium of New Zealand. 20 Dollar pro Person bezahlt und in 25 Minuten waren wir durchgelaufen. Leider gab es nichts spektakuläres, was wir noch nicht gesehen hätten. Schade. Allein wegen dem Kiwi-Vogel, den es dort gab, hat es sich aber doch irgendwie gelohnt dort reinzugehen. Trotz ihres „langen“ Schnabels haben diese flugunfähigen und nachtaktiven Tiere unter Wissenschaftlern den kürzesten Schnabel. Die Schnabellänge wird nämlich von der Spitze des Schnabels bis zu den Nasen/Schnabellöchern gemessen. Da Kiwis aber ihre Schnabellöcher ganz an der Spitze haben, haben sie somit den Kürzeren gezogen. Sie sind außerdem noch die einzigsten Vögel, welche riechen können. Deshalb sieht es auch so aus, wenn sie laufen, als ob sie ihren Schnabel, wie etwa ein alter Mann einen Stützstock, als drittes Bein verwenden. Sie stecken, bevor sie einen Schritt machen, stets den Schnabel in den Boden, um Nahrung zu orten. So, genug Wissenswertes von den Tierchen ;)
Daraufhin zogen weiter und versuchten jetzt mithilfe des Internet irgendwie an einen Job zu gelangen. Wir riefen so viele Menschen an und irgendwie hatte keiner Arbeit. Lediglich ein Manager von einer Apfelplantage sagte uns, er würde uns am Montag, also in 2 Tagen anrufen, ob er uns brauchen würde. Wir hätten eine 50% Chance, dass es so ist. Naja, viel darauf konnten wir nicht geben, weil was man sagt und was man tut, sind, wie wir jetzt wissen, zwei unterschiedliche Paar Schuhe :(
Die nächste Nacht haben wir in Hastings verbracht auf einem Campingplatz, der sogar einen Swimmingpool besaß-dementsprechend leider auch etwas teuer war...
Am nächsten Tag hatten wir uns etwas Spaß verdient und es ging zum Splash Planet, ein Wasserpark mit vielen Rutschen und zahlreichen anderen Attraktionen. Es versprach ein super Tag zu werden ( wettermäßig und Spaßmässig) und dem war auch so! Die Rutschen waren wirklich super und wir verbrachten einen schönen Tag!
Nach dem Spaß kommt leider wieder der Ernst. Wir telefonierten wieder fleissig und nach fast völliger Eskalation unserer Frustration ( die sich mittlerweile in streiten gegeneinander umgewandelt hat), rief uns eine Frau an, die uns eine Telefonnummer durchgab, wo wir anrufen sollen für eine Apple Thinning Job. ( Erklärung später)
Nach dem Telefongespräch kam Erleichterung auf. Wir hatten einen Job, und der war sicher, Topher fragte nun zehnmal nach und wir sollten am morgigen Tag in Hasting an einer Plantage antreten zum vorher genannten Job. Wieder erwartend hat sich der Manager, der Montags anrufen wollte, nicht angerufen.
Gegen Abend ging es wieder auf den Campingplatz mit Swimmingpool, den wir am Abend auch endlich mal nutzen wollten, dass wir nicht umsonst so viel Geld ausgegeben haben. Am nächsten Tag ging es zu der Plantage in der selbigen Stadt, deswegen mussten wir den Campingplatz leider wieder auswählen. Kurz bevor wir in den Pool hüpfen wollten, holte Topher noch sein Handtuch aus dem Auto und bemerkte glücklicherweise, dass unser Handy klingelte. Er ging ran und Überraschung!! Der Manager der Plantage, der uns anrufen wollte, war am Telefon und sagte uns, wir könnten am Mittwoch früh bei ihnen anfangen. Super Neuigkeiten!
Hier kann sich wirklich alles von einer auf die andere Minute ändern. Auf einmal haben wir zwei Jobmöglichkeiten, es war der Wahnsinn...Aber natürlich auch Qual der Wahl. Was machen wir nun? Den anderen absagen und nur am Mittwoch gehen? Und dann irgendwie doch eine Absage zu bekommen und wieder mit Nichts dazustehen? Wir haben uns dazu entschlossen, dass wir auf jeden Fall am nächsten Tag zum Job antreten werden um einfach zu sehen, was auf uns zukommt.
Jetzt konnten wir beruhigt in den Pool hüpfen und den Tag ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf zur Plantage, um 8.30Uhr sollten wir vor Ort sein. Vor Ort fanden wir zwei andere Backpacker vor, die sehr nett waren. Eine Stunde lang dauerte es, bis wir die Verträge endlich unterschrieben waren und alles kopiert war ( Ausweise, Arbeitserlaubnis). Und es ging bei leichtem Nieselregen los auf die Plantage. Wir trafen unseren Supervisor ( sowas wie der direkte Chef, der aufpasst, ob man alles richtig macht und einem alles erklärt etc), der auch sehr sympatisch schien. Vor Ort erklärte er uns anhand eines Apfelbaumes ( es gab genug davon ;) ), was unser Job ist: Apple Thinning! Das heißt, dass man den Apfelbaum ausdünnt. Man „pflückt“ zu kleine Äpfel oder zu viele Äpfel um den anderen die Chance zu geben schön groß zu werden. Es kommt halt doch auf die Größe an, verkauft sich besser =)
Da nicht alles „zu Fuß“ erreichbar ist, bekamen wir noch eine Leiter dazu, auf der wir rumturnen mussten, um alle Äste des Baumes zu erreichen. Nach ca. 3h Thinnen fing es natürlich stärker an zu regnen und man hatte das Gefühl, es regnet sich ein. Da dieser Job leider etwas wetterabhängig ist und es verständlicherweise etwas gefährlich ist, bei strömenden Regen auf der 3Meter hohen Leiter rumzuturnen wurden wir um 12 Uhr schon heimgeschickt. Zurück im Trockenen, in unserem Auto, mussten wir uns überlegen, was wir machen. Auf dieser Plantage bleiben und der anderen, wo wir am nächsten Tag anfangen sollten absagen. Oder andersherum? Bevor wir eine Entscheidung getroffen haben, riefen wir nochmal die Plantage für den nächsten Tag an, nur um sicher zu gehen, dass es ein sicherer Job ist. Dies wurde uns bestätigt und uns wurde gesagt, dass es sogar ein Camp auf der Plantage gab für 30 Dollar pro Woche. Das ist unschlagbar und wir entschieden uns für diese Plantage. Diese Plantage ist einer der vielen Plantagen unter der Hand von Mr. Apple, ein sehr großes Unternehmen. 25% der weltweit produzierten Äpfel kommen von diesem Unternehmen.
Am nächsten Tag machten wir uns früh auf, sodass wir um 8 Uhr pünktlich an der Plantage sind. Schon am Morgen hat es leider schon geregnet und wir waren uns unsicher, ob heute wirklich unser erster Arbeitstag sein wird. Im Büro der Plantage angekommen warteten wir mit einigen anderen Alteingesessenen Arbeitern ( sie waren bereits schon 1 Woche da ) und Neuankömmlingen wie wir. Die Alteingesessenen mussten auf den Boss warten um Bescheid zu bekommen, ob heute gearbeitet wird. Als er um 8 das Büro betreten hatte, wurde gleich klar, dass heute wohl nicht unser erster Arbeitstag sein wird. Der Boss beschloss nämlich, dass heute für alle frei sei.
Somit bestand unsere erste Arbeitstat nur darin, die Verträge zu unterschreiben und ins Camp mitten in der Plantage zu fahren. Dort gibt es eine nette Wiese, wo fast alle Backpacker in ihren Autos / Zelten schlafen. Aber es gab auch kleine Zimmer, dieen sollten absagen. Oder andersherum? Bevor wir eine Entscheidung getroffen haben, riefen wir nochmal die Plantage für den nächsten Tag an, nur um sicher zu gehen, dass es ein sicherer man mieten konnte. Diese waren aber jedoch etwas teurer.
Wir fanden eine riesen Küche vor mit zahlreichen Kochmöglichkeiten, Kühlschränken, Tiefkühltruhe, Ofen etc. es war alles da, was das Herz begeht. Im nächsten Raum, war eine Art Wohnzimmer hergerichtet, mit Couch, TV und sogar Tischtennisplatte. Die Sanitäreinrichtungen bzw. Waschmöglichkeiten für Wäsche sind auch top.
Unseren ersten Arbeitstag verbrachten wir somit mit ausruhen für den kommenden Tag. Auch nicht schlecht. Aber so verdient man leider kein Geld ;)
Der nächste Tag verhieß wettermäßig leider auch nichts Gutes: es regnete. Um 8.30Uhr erschienen wir am Office und wir wurden einem Supervisor zugeteilt: Darren. Er ist wirklich supernett und schaut irgendwie aus wie Snoop Dog ;)
Unsere Tagesaufgabe im strömenden Regen bestand darin, Äste abzureisen ( natürlich ohne Handschuhe). Die Art von Bäumen, an denen wir arbeiteten bildeten zu viele Triebe, die nur nach oben wachsen und den darunterliegenden Äpfeln das Licht wegnehmen. Diese Triebe mussten wir raus reißen. ( Ripping)
Nachdem wir zwei Reihen à 90 Bäumen bearbeitet haben, beschlossen wir für den heutigen Tag aufzugeben. Wir waren so nass wie noch nie, sprichwörtlich bis auf die Knochen. In unseren Wanderschuhen stand das Wasser und die Motivation war irgendwie auch am Boden. Gute Aussichten für die nächsten Wochen. Zum Glück gab es aber super Duschen, die einen schnell wieder aufgewärmt haben. Unsere Arbeitsklamotten haben wir in den Trockner verfrachtet. Sie waren somit einsatzbereit für den nächsten ( hoffentlich regenfreien) Tag.
Der nächste Tag begann mit einer neuen, aber für uns schon bekannten Aufgabe: Thinning. Zu Anfang haben wir super Bäume bekommen, die nicht zu groß waren und wirklich nicht viele Äste hatten, wo sich Äpfel verstecken konnten. Wir arbeiteten immer in Pärchen und nur einer von beiden musste eine Leiter benutzen. Die Spitze des Baumes war so dünn, dass man stets von einer Seite von der Leiter aus thinnen konnte. Glück für das „ schwache“ Geschlecht. Wir wurden noch etwas vor der Leiterbenutzung geschont und überliessen den Männern diese überaus tolle Interaktion mit der sperrigen Leiter :)
Da wir erst Mittwoch bzw. ja erst Donnerstag angefangen hatten zu arbeiten, arbeiteten wir auch Samstag. Somit war Sonntag unser freier Tag und wir erholten uns mithilfe von Wäschewaschen von unseren ersten drei anstrengenden Arbeitstagen. Schon jetzt wussten wir, dass Apple Thinning wohl nicht zu unseren Lieblingsarbeiten gehört. Aber gut, irgendwie müssen wir ja die Reisekasse wieder füllen.
Die nächste Woche wurde eine 6-Tage Woche à ca. 10 Stunden pro Tag. Um 6 Uhr Arbeitsbeginn, halbe Stunde Mittagspause und bis 16.30Uhr gearbeitet. Nicht immer hielten wir die Arbeitsmoral durch. Aber im großen uns ganzen kamen wir auf 54 Stunden für diese Woche.
Die Bezahlung war hier leider nicht so, wie wir uns es vorgestellt haben. Der Mindestlohn in Neuseeland ist 13,75 Dollar. Diesen Stundenlohn muss Mr. Apple mindestens zahlen. In der Regel wir aber auf Plantagen per contract bezahlt, d.h. Pro Baum den man thinnt. Jede Art von Baum ist unterschiedlich viel wert, je nachdem wir schwer er zu Thinnen ist, also wie Groß er ist, wieviele Äpfel er hat, Äste etc. Der Preis pro Baum wir immer pro Block bestimmt, als pro Areal, wo die Bäume stehen, z.B. 10 Reihen à 70 Bäume ist ein Block. Wenn man aber in einem neuen Block anfängt zu arbeiten, steht immernoch kein Preis fest. Der Preis wird anhand der Arbeiter bestimmt, wie lange sie brauchen einen Baum zu thinnen. Dieser Preis wird vom Boss natürlich so gesetzt, dass er
1. nicht zu viel zahlen muss, wenn man gut und schnell ist
  1. er nicht so viel drauflegen muss, wenn Arbeiter zu langsam sind um im Durchschnitt nicht den Mindestlohn erreichen würden
Die ganze Sache mit den Preisen ist ein bisschen ein Pokerspiel. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass der Preis noch nach unserer Arbeit im Block runtergesetzt wurde, da wir zu gut und zu schnell gearbeitet haben. d.h. Wir wurden bestraft weil wir schnell gearbeitet haben. Wo ist da der Sinn?
Naja, man kann sich aufregen oder man kann es lassen. Wir bekommen Geld, zwar nicht so viel wie wir uns vorgestellt haben, aber besser als nichts.
Neben der Plantage und den zahlreichen Äpfeln gibt es hier natürlich noch die bereits erwähnten anderen Backpacker. Wir verstehen uns wirklich gut mit allen anderen und man hat irgendwie das Gefühl, man lebt in einer grossen WG. Es sitzt immer einer in der Küche und man kann sich unterhalten etc. Abends Bier trinken oder Karten spielen ( wir haben ein tschechischen Kartenspiel gelernt BANG... nur zu empfehlen )
Außer den Backpackern( 6 Deutsche, 2 Franzosen, 1 Spanierin, 10 Tschechen) gibt es noch 30 Samoaner. Diese kommen jedes Jahr und bleiben für ein halbes Jahr. In diesem halbem Jahr verdienen sie ihr gesamtes Jahresgehalt für Samoa. Die jüngeren Samoaner sind richtig nett und wollen sich auch mit einem unterhalten. Die Älteren jedoch sind denke ich ein bisschen skeptisch und gehen auf Distanz.
Neben der Arbeit haben wir am Wochenende einige Ausflüge unternommen, dazu aber gesondert mehr =)